Grob G102 Astir Club IIIb D-4549 "E6"

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Sobald das Wort "Astir" oder "Grob" auf irgendeinem Segelflugplatz fällt, kann man schon auf Kommentare gefaßt sein. Zu keinem Flugzeug dieser Welt gibt es ähnlich umfangreiche, meist nicht nur schmeichelhafte Meinungen und Ansichten, wie zu den Flugzeugen des Herstellers Grob Flugzeugbau.

Doch woran liegt das? Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, daß die Firma Grob eigentlich ein Hersteller von Werkzeugmaschinen war, die sich in den siebziger Jahren entschlossen hat, auch Segelflugzeuge zu bauen. Entsprechend wurde die Expertise der Fiirma auch an der Stelle angewendet, wodurch z.B. viele Aluminiumgußteile, solide Steuerungsteile, Getriebe für Fahrwerkskinematiken und vergleichbares verwendet wurden, die eben eher an eine schwere Maschine als ein filigranes Segelflugzeug erinnern. Zudem waren die Flugzeuge mit viel Harz und sehr robust gebaut, was sich natürlich im Abfluggewicht niederschlägt.

Unser Astir am Boden

Entsprechend wurden den Flugzeugen der Firma Grob viele Dinge nachgesagt, sie würden schlecht steigen, hätten unschöne Flugeigenschaften, man könnte nicht mit ihnen Strecke fliegen und viele Dinge mehr. Manche Sprüche lassen sogar auf ein gewisses dichterisches Talent schließen...

"Ist der Astir aus dem Haus, so bist Du aus dem GRÖBsten raus"

"Marmor, Stein und Eisen fliegt, aber unser Astir nicht, 

alles, alles steigt vorbei, doch Du fliegst wie Blei"

...um nur ein paar zu zitieren.

Unser Astir Club IIIb im Flug

Doch was hat es nun damit auf sich? Ist das Flugzeug wirklich so schlecht, wie sein Ruf?

Um es kurz zu machen: Nein. In der Tat war es nie das Anliegen der Firma Grob, Superorchideen mit überragenden Flugleistungen und maximalem Leichtbau zu verwirklichen. Diese Flugzeuge waren als robuste, günstige und alltagstaugliche Vereins- und Schulungsmaschinen gedacht. Gemessen an der Tatsache, daß auch heute noch fast jeder Verein ein Flugzeug dieses Herstellers am Platz hat und diese meist auch in der Schulung ohne bekannte Vorkommnisse eingesetzt werden, kann sich der Vorsatz nur als erfüllt betrachten lassen. Und selbst Rekorde sind mit dem Astir geflogen worden - nur wenige Segelflieger wissen, daß der Höhenrekord von 14938m, erflogen von Robert Harris auf einem Standard Astir III in der Sierra Nevada 1986, über 20 Jahre Bestand haben sollte. Also von wegen, der Astir steigt nicht ;-)

Unser Astir ist einer der späten Baureihen des Einsitzers, der Club IIIB, der sich durch ein festes Fahrwerk und ein kleines Bugrädchen auszeichnet. Dieses Flugzeug ist der erste Einsitzer, auf den ein Flugschüler bei uns nach einigen einsitzigen Übungsflügen auf dem Doppelsitzer umgeschult wird. Die Flugeigenschaften lassen sich als absolut harmlos einstufen, ähnlich der ASK-21, nur daß der Astir im Vergleich zur ASK-21 spürbar wendiger und handlicher ist. Auch die 50km Strecke, die zur Erlangung der Lizenz geflogen werden muß, wird auf dem Astir absolviert. Von daher kommt der Astir bei den Schülern regelmäßig zum Einsatz.