01.08., 7. Wertungstag: Alternativprogramm
Die Wettervorhersage sieht heute echt wirklich schlimm aus: Gewitter und Schauer an allen Ecken, der Morgen begann mit Regen. Nach einer Weckholen-Regenpause kündigten sich mit einem imposanten Wolkenaufstieg an der Albkante die nächste Runde Schauer an – wobei hier nicht nur Schauer sondern auch eher Gewitter im Spiel waren.
Meteorologe Gerrit hat heute eine eigene Interpretation eines Temp im Gepäck und das Thema Fliegen ist somit gleich vom Tisch.

Künstlerische Interpretation des Wetters –Adiabaten mal anders [by Gerrit Illenberger]
Team E12 macht damit heute Alternativprogramm. Irgendwie haben alle in der Nähe liegenden Hallen- und Freizeitbäder scheinbar Sommerpause und die Tour in die Therme Erding wollten wir uns auch nicht geben. Somit entscheidet man sich für das Bergwerk „Tiefer Stollen“ in Wasseralfingen inklusive großer Führung. Danach noch ein Eis bzw. Kuchen in Aalen und dann wieder zurück zum Platz und ein bisschen Gerätepflege machen.

Fensterputzen
Exkurs zum Wetter - oder warum das so ist wie es ist

Höhenkarte FL180 mit Lufttemperatur und Isohypsen
Betrachtet man eine Höhenkarte in Flugfläche 180 für den aktuellen Zeitraum (und die letzten Tage sahen nicht anders aus) sieht man über Dänemark einen Kaltlufttropfen (in gelb und grau) sowie ein Höhentief. Dieser Kaltlufttropfen speist sich aus dem Polargebiet und führt in der Höhe kalte Luft nach Deutschland. Die warme und feuchtere Luft aus dem Mittelmeerraum (rot) muss um diese Kaltluft drumherum strömen, in der Zone in der sich die beiden Luftmassen treffen haben wir dann eine entsprechende Wetterentwicklung. Kaltluft in der Höhe ist zudem grundsätzlich labilisierend – d.h. die Luft kann gut und schnell nach oben steigen. Ein stabilisierendes Hoch steht zwar über den Azoren bereit, schafft es aber nicht gegen diesen sehr stabilen Kaltlufttropfen anzukommen. Und damit haben wir Schauer und Gewitter, an den Alpen aufgrund der Tatsache, dass die Alpen ein Hindernis für die Luftströmung darstellen dann auch eine „Staulage“. Es regnet damit dort länger und heftiger als woanders. Das sieht man am überfluteten Platz in Füssen.
Üblicherweise löste sich eine solche Blockadelage innerhalb von Tagen auf – nur hat seit ein paar Jahren der Jetstream, der üblicherweise für den Weitertransport von Luftmassen in der Höhe sorgt sogenannte „Mäander“, d.h. der Jetstream schlägt Wellen. Diese sind größer geworden, das führt dazu, dass Wetterlagen sehr lange bestehen bleiben können. Beim Fortdauern von Hochdruckgebieten hat man dann halt ein ‚Sommermärchen‘ und viele freuen sich über das schöne, trockene Wetter.
